Der Ramadan auf Reisen: Warum wandert der Ramadan durch das Jahr?

Icon Mai 18, 2018
Icon By pinienmedia
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Der muslimische Fastenmonat Ramadan 2018 hat mit der Sichtung des Mondsichels (Hilal) begonnen. Muslime in aller Welt werden vier Wochen lang von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten.

Es gibt Zeiten, in denen der Ramadan auf den Winter fällt. Warum das so ist? Dafür gibt es eine ganz simple Erklärung: Der Grund für diese Rotation ist der Mondkalender, an dem sich die Muslime orientieren. Ein Mondjahr ist etwa elf Tage kürzer als eines im Sonnenkalender. Die Monate wandern so durch die Jahreszeiten. Deswegen kann der Ramadan sowohl an kurzen Winter- als auch langen Sommertagen stattfinden. Nach etwa 35 Jahren ist der Ramadan einmal durchs ganze Sonnenjahr gewandert. Der Beginn und das Ende des Fastenmonats sowie die Umrechnung auf den Gregorianischen Kalender wird bei einigen Rechtsschulen nicht nur anhand der astronomischen Rechnung, sondern auch nach der Sichtung des Neumondes bestimmt. Muslime beginnen deswegen  das heilige Fasten den Ramadans weltweit gleichzeitig – zumindest in der Theorie. Muslimen beginnen und beenden mit unterschiedlichen Traditionen die Fastenzeit – und zwar an jeweils anderen Tagen. Hakan Aydin von der Universität Münster hat dafür eine ganz simple Erklärung: „Der Mondkalender ist besonders wichtig für den Beginn des Fastenmonats Ramadan, weil man nur so festlegen kann, wann man mit dem Fasten beginnen und auch aufhören muss. Aber es gibt keine religiöse Autorität, die offiziell die religiösen Tage für alle verbindlich festlegt. Deshalb fallen die Termine unterschiedlich aus.”

Sichtung des Mondsichels: Warum beginnt der Ramadan in jeder Kultur anders?

Für heftige Diskussionen in der islamischen Welt sorgt zum Beispiel immer wieder, dass die Araber und die Türken, die sich beide am Mondkalender orientieren, dennoch zu unterschiedlichen Berechnungen für den Fasten-Start kommen. Denn sie wenden unterschiedliche Methoden an. Auch dafür gibt es eine einfache Erklärung: „Viele Araber versuchen auf dem möglichst höchsten Punkt einer Landschaft, zum Beispiel auf einem Hügel, den Neumond nach traditioneller Art, also mit dem bloßen Auge zu sichten.” Wenn der Neumond mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist, dann lehnen es die Araber ab, mit dem Fasten zu beginnen. Sie legen Wert darauf, dass man den Termin ohne Hilfsmittel nur mit dem bloßen Auge festlegt. Ganz anders ist das bei den Türken: Sie setzen technische Hilfsmittel wie Teleskope ein.

 

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